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Hitzeschlacht in Oostende: Sprints am Strand, durch Wohngebiete und Hinterhöfe, als Staffel und Knockout

Bericht vom ASOM 2019 (28.-30. Juni)

 - ein Bericht von Maren Pussak -

 

Am letzten Juniwochenende (28.-30.06.) fand die diesjährige Ausgabe des Antwerp Sprint Orienteering Meeting statt, diesmal an der Westküste Belgiens, in Oostende. Auf dem Programm standen u.a. erstmals eine Sprintstaffel sowie ein Knockout-Sprint für die Elite (offen für jedermann/-frau)! Das Kölner OL-Team war diesmal stark vertreten und mit insgesamt neun Läufer/innen dabei: Hermann, Daniel und Vera, Stefan und Alice, Michael und Olga, Annette und ich.

Das Wettkampfwochenende startete am Freitag Abend um 20 Uhr mit der Sprintstaffel, bei der je ein Mann und eine Frau ein Team bildeten und abwechselnd zwei Runden liefen (Läufer A - Läuferin B - Läufer A - Läuferin B). Der Lauf fand auf einem kleinen Gelände direkt am Strand statt, sodass einige Posten in den Dünen versteckt waren und man sich schon zu Beginn des Sprint-intensiven Wochenendes schwere Beine holen durfte. ;-) Der Rest des Laufs war nicht sehr anspruchsvoll, jede der vier Schlaufen jeden Läufers (man lief zwei Runden, um einen Sichtposten einzubauen) führte ins gleiche Gelände, die von einer quer durch die Karte laufenden Mauer in zwei Teile geteilt wurde, die man in jeder Schlaufe rechts oder links umlaufen musste. Nicht sehr abwechslungsreich und herausfordernd, aber angesichts des herrlichen Sommerwetters und der Nähe zu den Dünen doch ein netter Auftakt.

Wir waren mit drei Staffeln dabei und haben uns unter den 120 gestarteten Teams gut geschlagen: Michael und Annette landeten mit einer Endzeit von 46:05 min. auf dem 56. Platz, Stefan und Alice mit 47:09 min. auf dem 61. und Daniel und ich mit 41:46 min. auf dem 44. Platz. Also eine recht knappe Geschichte! :-)

Ergebnisse Mixed Relay

Am nächsten Vormittag starteten die drei in der Elite gemeldeten Läufer/innen (Daniel, Annette und ich) zum ersten Mal in einem Knockout-Sprint, einem Sprint im K.o.-System. Jeweils 6-8 Läufer/innen starten zeitgleich auf dieselbe Strecke, sodass im direkten “Duell” entschieden wird, wer weiterkommt. Bei den Männern sind die jeweils drei Zeitschnellsten der insgesamt 10 Vorläufe ins Halbfinale eingezogen, bei den Frauen die fünf Zeitschnellsten der sechs Vorläufe. Im Halbfinale wurde dann “ausgefochten”, welche acht Athlet/innen ins Finale einziehen. Fürs Publikum eine wirklich spannende Sache, und für die schnellen Läufer/innen auch sicherlich eine Herausforderung, die neben schnellen Beinen und einem schnellen Kopf auch Nervenstärke fordert. Für mich war diese Herausforderung allerdings bereits nach hundert Metern vorbei, als die ersten sechs Läuferinnen meines Vorlaufs bereits außer Sichtweite und auch die Siebte noch deutlich schneller war als ich. Meine Hoffnung, dass sich noch weitere “Hobby-OLer” diesem Wettkampfformat der Elite anschließen würden und meine Sprint-Orientierungsfähigkeiten und geringe Fehlerquote meine fehlende Schnelligkeit wettmachen könnten, hatte sich nach Sekunden zerschlagen. So kämpfte ich mich abgeschlagen allein durch den relativ einfachen Parcours und kam mit deutlichem Rückstand als Letzte meines Vorlaufs ins Ziel. Wie die Ergebnisse am Ende zeigten, war mein Vorlauf der mit Abstand Schnellste - die Erstplatzierte nahm mir auf einer 2km-Bahn knapp 6 min. (!) ab. Da hatte ich mich wohl doch etwas überschätzt… Allerdings finde ich das Wettkampfformat trotzdem recht reizvoll und würde es gern nochmal ausprobieren - dann vielleicht nicht gegen die Elite aus Russland, Australien und Neuseeland…

Ergebnisse Knockout-Quali

Da wir alle Drei in den Vorläufen ausgeschieden waren, konnten wir am Nachmittag zusammen mit den anderen “ganz entspannt” an den beiden Sprints der “normalen” ASOM-Veranstaltung teilnehmen. Die Bahnen waren technisch anspruchs- und reizvoller als zuvor beim Knockout-Vorlauf, bei Temperaturen von über 30 Grad ging es da aber irgendwann nur noch ums Durchkommen und Ankommen. Drei Sprintläufe an einem Tag bei solchen Temperaturen, die allesamt durch recht schattenfreie Wohngebiete führten, gingen ganz schön an die Substanz - und auch an die Konzentration. Ich versuchte am Ende nur noch, irgendwie durchzulaufen (also keine Gehpausen einzulegen) und dabei so konzentriert zu orientieren, dass ich keine unnötige Meter machte. Ein Fehler unterlief mir im dritten Lauf zwar doch, als ich vor lauter parallel verlaufender Häuserfronten nicht mehr wusste, bei welcher ich gerade war, aber ich fing mich wieder und war am Ende ziemlich zufrieden mit meiner Leistung: In drei Läufen an einem Tag bei der Hitze nur einen Fehler zu machen, finde ich sehr okay. :-)

Ergebnisse Sprint 1

Ergebnisse Sprint 2

Am nächsten Morgen ging es dann auf zum eigentlichen “City Race”, an dem alle Teammitglieder teilnahmen. Die Bahnen verliefen wieder durch Wohngebiete, mittelmäßig anspruchsvoll, aber durchaus interessant, mit den vielen Hinterhöfen und Hecken. Mein Ziel war es, nach den vielen Sprints an den beiden Vortagen mit ziemlich müden Beinen möglichst fehlerfrei und “entspannt” durchzulaufen, also nicht besonders aufs Tempo zu drücken, sondern gut zu orientieren und schnell gute Entscheidungen zu treffen. Das ist mir ganz gut gelungen, sodass ich am Ende mit meiner Leistung total zufrieden war und tatsächlich noch mal richtig Spaß hatte bei diesem abschließenden Lauf.

Ergebnisse City Race

Ergebnisse Day Entry

Insgesamt hat mir das Wochenende wieder gezeigt, wie sehr ich inzwischen Sprint-OL-Veranstaltungen liebe. So gern ich mich in meiner Freizeit auch im Wald aufhalte - laufen tue ich lieber in der Stadt bzw. in Parks, wo man auch tatsächlich laufen kann und wo man ständig hochkonzentriert sein und blitzschnell Entscheidungen treffen muss, und nicht einen Kilometer lang zum nächsten Posten laufen oder quer durchs Unterholz kriechen muss. Vieles kann man hier durch fehlerfreies Laufen kompensieren. Wo würde das nur hinführen, wenn ich auch mal trainieren und somit etwas schneller laufen würde?!?

Vielen Dank an alle mitgereisten Teammitglieder (und Anhang) für ein wirklich tolles OL-Wochenende bei hochsommerlichen Temperaturen, mit spannenden Wettkampfformaten, netten spätabendlichen Restaurantbesuchen und leistungshemmenden Strandbesuchen! :-)

 

Bilder vom Antwerp Sprint Orienteering Meeting