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Bericht von den Militär-Weltmeisterschaften in China

- ein Bericht von Daniel Steiger -

 

Vom 18. bis 27. Oktober fanden die 7th CISM MILITARY World Games in Wuhan/China statt. Ich hatte das Privileg, dort als Athlet in der Disziplin Orientierungslauf teilzunehmen. Ich betreibe diese Sportart begeistert seit Ende 2011, da sie mich neben dem körperlichen (Laufen auch geistig fordert (Routen planen und im Gelände umsetzen). Beim OL bekommt jeder Läufer eine Karte mit vorgeschriebenen Zielen (Posten), die er in der vorgegebenen Reihenfolge ablaufen muss. Wie man zu diesen Posten kommt, ist dem Läufer überlassen. Ich durfte das Orientierungslauf-Team um Oberstabsfeldwebel Rehner schon 2013 in Schweden, 2014 in Österreich, 2016 in Brasilien, 2017 in Finnland und dieses Mal in China unterstützen. Das Besondere an 2019 war nicht nur das Land, sondern auch, dass es diesmal die World Games (vergleichbar mit Olympia) waren, bei denen sich 9.308 Athleten aus 140 Ländern in 27 Sportarten gemessen haben.

Am 18.10.2019 wurden die Spiele vom Chinesischen Staatsoberhaupt Xi Jinging mit einer beeindruckenden Bühnenshow, in der unter anderem Starpianist Lang Lang und Jackie Chan auftraten, eröffnet.

Nach diesem ganzen Trubel, konzentrierte sich das Deutsche OL-Team auf seine Wettkämpfe, indem es sich an die Zeitumstellung, das Essen und das Klima gewöhnte. Natürlich standen auch ein Mentaltraining sowie ein Lauftraining auf dem täglichen Programm.

Am 20.10. fand der erste Wettkampf mit 161 Männern und 65 Frauen aus 31 Nationen statt. Bei 28 Grad standen 5,2 km (Luftlinie) mit 390 hm durch teils dichtes, dorniges, steiles Gelände für die Männer auf dem Programm. Als Sieger sollte der Schweizer Profi Matthias Kyburz mit 0:38:00 aus dem Wald kommen. Für mich als "Hobby"-Sportler hat es als bester Deutscher für Platz 95 mit 1:06:20 gereicht.

Am Folgetag ging es auf die Langdistanz. Hier musste ich auf einer Strecke von 10,4 km mit 657 hm 31 Posten absolvieren. Leider kam die Getränkestation für mich zu spät. Daher brach meine Leistung stark ein und ich konnte den Wald mit seinen teils sehr steilen Hängen erst nach 3 Std. 6 Min. und mit knapp 15 km verlassen. Bester Deutscher mit Platz 93 war Hauptmann Frieling mit 2 Std. 20 Min.

Nach einem Tag Ruhe ging es am 23.10. zur Staffel. Hier starteten 3 Läufer im Team nach und nach. Ich durfte als Startläufer das Team Germany I ins Rennen bringen. Nach rund 6 km und 200 hm in 50 Min. konnte ich an den zweiten Läufer übergeben (dies war die schnellste deutsche Zeit an diesem Tag). Mein Team konnte seine Leistung bestätigen und es reichte für den 34. Platz von 45 gestarteten Staffeln.

Die restlichen Tage genoss das Team in Ruhe mit verschiedenen Ausflügen, bis dieses Großevent am 27.10. geschlossen wurde.

Leider wurde vor allem der OL von einer dunklen Wolke überschattet, und der offizielle Sprachgebrauch zu den Vorfällen in der Mitteldistanz ist, dass China seine Athleten von den Orientierungslaufwettbewerben zurückgezogen hat. Es gab auch einen Bericht bei Spiegel Online, falls es einen interessiert.

Trotz allem war es ein super Erlebnis mit vielen tollen Eindrücken und schönen Momenten, die ich mit dem großartigen Team sammeln durfte.

Nächstes Jahr werden die Weltmeisterschaften im OL in der Schweiz ausgetragen.