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Deutsche Meisterschaften Staffel und BRL Lang

am 18./19.09.2010

 

Ergebnisse Staffel

Rahmen lang:   14. Platz: Kölner OL-Team

Ergebnisse BRL Lang Einzellauf

D35:                 2. Platz: Caroline Hoffmann

Rahmen kurz:   3. Platz: Maren Pussak

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

 

 

weitere Fotos hier

 

Ein Erfahrungsbericht von Maren Pussak (Foto: links)

Als ich am Dienstag beim wöchentlichen OL-Training gefragt wurde, ob ich nicht am Wochenende kurzfristig für den erkrankten Pascal in der Staffel einspringen möchte, sagte ich spontan zu – ohne zu ahnen, was auf mich zukommen würde: Natürlich hatten die Jungs sich für die lange Rahmenstrecke angemeldet, ich hatte mich somit also völlig unwissend dazu verpflichtet, eine 6,9km-Bahn zu laufen (meine bisherigen Bahnen lagen meistens im Bereich von 3,5 bis 4 km)! Aber gut, ich versuchte mir einzureden, dass auch diese Streckenlänge in einem ruhigen gleichmäßigen Tempo machbar sein müsste – schließlich hangelt man sich ja eh immer von Posten zu Posten, ohne allzu doll auf die verbleibende Reststrecke zu schauen… Und falls es doch schief gehen sollte, hatte ich mich für den BRL am Sonntag vorsichtshalber für die kurze Rahmenstrecke (knapp 4 km) entschieden – hier sollte ein erfolgreicher Abschluss machbar sein!

Nach einer 6-stündigen Autofahrt von Köln nach Halberstadt (dank sei dem Stau auf der A1 und A44) kamen wir am Freitag Abend gerade noch rechtzeitig zur Anmeldung und Vorlage der Startpässe im WKZ an. Gegen 23.30 Uhr hatten wir dann auch unser Schlaflager in der Turnhalle bezogen – und während die ersten bereits tief und fest schliefen, kochten wir uns draußen auf dem Parkplatz noch schnell ein paar Nudeln mit Tomatensauce. Pasta-Party mal anders! :-)

Nach einer recht angenehmen Nacht im Schlafsack und einem improvisierten Frühstück fuhren wir zur Wettkampfstätte des Staffel-OL, nach Derenburg, wo zwei nebeneinander liegende Sportplätze als Start- und Zielwiese dienten. Ich war überrascht, wie viele Vereine und Teilnehmer bei Deutschen Meisterschaften am Start sind – kannte ich doch bisher nur die Leichtathletik-DM, ein großes, ernstes Event, für das man sich qualifizieren muss. Hier erinnerte mich Vieles eher an kleine Volksläufe, bei denen eine lockere, familiäre Atmosphäre herrscht und jeder jeden kennt (na ja, fast – ich als Neuling kannte kaum jemanden) – was natürlich nicht heißt, dass nicht die meisten OLer ihren Wettkampf auch durchaus ernst nehmen! ;-) Schnell hatte sich jede Gruppe ein Fleckchen Rasen gesucht und die mitgebrachten Campingstühle ausgeklappt. So lässt sich ein Wettkampf entspannt genießen!

Da ich als zweite Läuferin unserer Staffel laufen sollte, konnte ich mir ganz relaxt den Massenstart anschauen – beim OL jedes Mal ein Erlebnis. Ein einmaliges Bild, wie 250 Startläufer zeitgleich ihre Karten aufheben, losrennen und dabei (mehr oder weniger verzweifelt) versuchen, sich auf der Karte zu orientieren! Während Caro durch den Wald wetzte, bereitete ich mich in aller Ruhe auf meinen Start vor – so ruhig, dass ich glatt meinen Wechsel verpasste! Caro musste genau in dem Moment am Sichtposten aufgetaucht sein, als ich gerade in der Klo-Schlange anstand – jedenfalls kam ich gerade zurück zu meinem Campingstuhl, um meine Jogginghose und mein Fleeceshirt auszuziehen, also Caro in die Wechselzone einbog und mich dort – leider vergeblich – suchte! Ich glaube, so schnell habe ich mich noch nie ausgezogen… Caro, du warst einfach zu schnell! ;-) Zum Glück hatte ich meinen SI-Chip schon griffbereit und dachte sogar ans „Löschen“ und „Prüfen“. Mit ca. einer Minute Verspätung und mit Caros Kompass am Daumen (meinen hatte ich in der Turnhalle vergessen) startete ich dann also zu meinem ersten Langstrecken-OL…

Nachdem ich mich auf der ungewohnt großen Karte (A3) orientiert und den Weg zum ersten Posten geplant hatte, konzentrierte ich mich nur noch auf meine Bahn und die Routenplanung. Dank des recht guten Wegenetzes und der vielen markanten Punkte war die Orientierung nicht sehr schwierig, nur die blöden stacheligen Brombeer-Ranken machten mir vereinzelt zu schaffen (noch 2 Tage später zog ich mir einzelne Dornen aus den Oberschenkeln – beim nächsten Mal nehme ich mir ein Buschmesser mit! ;-)). In einem eher gemütlichen, aber gleichmäßigen Tempo arbeitete ich mich von Posten zu Posten, verlor nur ein Mal kurz die Orientierung (ein hilfsbereiter OLer, der meinen Weg kreuzte, konnte mir aber schnell helfen, mich wieder zu orientieren – ich stand genau dort, wo ich sein wollte, keine 50m vom nächsten Posten entfernt…), fand den Sichtposten, ebenso wie alle anderen Posten und lief nach gut anderthalb Stunden in die Wechselzone ein, um unseren dritten Läufer in den Wald zu schicken. Unglaublich, aber wahr – ich bin knapp 100 min. unterwegs gewesen, ohne auch nur ein Mal darüber nachgedacht zu haben, wie weit es noch ist… Und trotz aller (konditionellen und o-technischen) Defizite habe ich alle Posten gefunden (wenn auch mit der langsamsten Einzelzeit) – jedes Mal ein persönliches Erfolgserlebnis! Das ist das Faszinierende am OL…

Nach einer eher unruhigen Nacht (wie soll man auch schlafen, wenn es um einen herum überall schnarcht?) ging es auf zur Wettkampfstätte des BRL in Halberstadt. Mit einer Startzeit von fast anderthalb Stunden nach dem ersten Start und rund einer Stunde nach Sandras Start hatte ich auch diesmal wieder viel Zeit und Ruhe, mich auf meinen Start vorzubereiten. Ich machte mich rechtzeitig auf zum knapp 1 km entfernten Startpunkt, erlebte (erst zum vierten Mal) die angespannte Phase des Vorstarts, war wieder überrascht über die große Karte und fand doch recht schnell meinen ersten Posten. Wege waren zahlreich vorhanden, Höhenlinien allerdings auch… Im Gegensatz zum heimischen Kölner Stadtwald, wo man den Höhenlinien kaum Beachtung schenken muss, versuchte ich mich zum ersten Mal am Orientieren an Höhenlinien, denn trotz der verhältnismäßig kurzen Strecke ging es munter bergauf und bergab. Besonders reizvoll waren aber einige Postenstandorte in den Felsen! Schnell überwog der Spaß am abwechslungsreichen Gelände und dem Erfolgserlebnis, trotz des ungewohnten Geländes alle Posten zu finden. Es unterliefen mir zwar trotzdem zwei kleinere Fehler (Grundregeln des OL: 1. nicht in eine ungefähre Richtung laufen, sondern Kompass anlegen; 2. nicht anderen OLern hinterher laufen, sie könnten eine andere Bahn haben…), aber beide Male fing ich mich recht schnell wieder auf, sodass keine große Verwirrung ausbrach. Im Ziel war ich k.o., aber glücklich – so viel Spaß hatte mir lange kein Wettkampf mehr gemacht! Zwei Mal konnte ich sogar anderen Läufern helfen… :-)

Die Freude wurde noch größer, als ich auf der vorläufigen Ergebnisliste sah, dass ich in meiner Wertung (Rahmenstrecke kurz) den 3. Platz belegt hatte und somit meine erste Urkunde eines OL-Wettkampfes mit nach Hause nehmen konnte! Dafür lohnte sich dann auch die fast zweistündige Warterei auf die Siegerehrung (die leider nur vor einer Handvoll Zuschauer stattfand, der Großteil der Teilnehmer war bereits abgereist) – zumal die Sonne sich immer wieder gegen die Wolken durchsetzte und so aus einem befürchteten Regentag einen richtigen Sonn(en)tag machte! Außerdem konnte die Zeit genutzt werden, die gelaufenen Routen auf der Karte einzuzeichnen und zu vergleichen und anschließend wild zu diskutieren, wo man eine andere Route hätte wählen und so Zeit sparen können. Auch das ist OL! :-)

Noch voller Elan von diesem tollen OL-Wochenende meldete ich mich gleich für das nächste Highlight an: die DM im Lang-OL im Siegerland!